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Anhalt-Hospiz Dessau
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Donnerstag, 9. September 2010
 
 
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Praktikumsplatz 

Ein Hospiz ist kein Gebäude sondern eine gesellschaftliche Grundhaltung kranken und sterbenden Menschen gegenüber. So gehört zu unserer Arbeit, neben der Versorgung und Begleitung unserer Gäste und deren Angehörigen, auch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit in unserer Region. prakt.mit_gast.jpg

Ein wichtiger Aspekt dieser Öffentlichkeitsarbeit besteht darin, interessierten Menschen Einblick in unsere Arbeit zu gewähren und damit Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze richtet sich nach den Betreuungsmöglichkeiten durch die Hospizmitarbeiter und wird immer ganz individuell vereinbart. Die Dauer sollte jedoch mindestens 1-2 Wochen sein.

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Wenn Sie an einem Praktikumsplatz interessiert sind, dann vereinbaren Sie bitte einen Termin mit einer der Teamleitungen: Sr. Elisabeth Naumann und Sr. Dagmar Schöbel  (0340-6501960). 

 

 

 

„SEITENWECHSEL“  

Ein individuell betreutes Hospitationsprogramm des Anhalt-Hospizes

für Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Forschung.

 

rigo.jpgDie tragenden Impulse unseres, über lange Zeit außerordentlich erfolgreichen Wirtschaftssystems sind mit drei Worten zu benennen: Schneller   ….   als andere … Höher  ….. in der Rendite, als Bester … Weiter  …..  in den Märkten platziert als vergleichbare Unternehmen. Wie oft wurde „Entwicklung“ auf diese Sinnhaftigkeit beschränkt. Schmerzlich bemerken wir jetzt, dass das Schneller, Höher, Weiter eines Produktes oder eines Unternehmens nicht funktioniert, ohne den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang – das Zusammenwirken mit anderen Unternehmen, anderen Erwartungen und anderen Sichtweisen der Dinge und Prozesse zu berücksichtigen. Heute werden eine neue Moral, eine neue Wertediskussion, eine neue Perspektive über den eigenen Tellerrand hinaus von der Politik eingefordert und von den Menschen, die die aktuelle Wirtschaftskrise ohne Boni, aber dafür mit großen Einschnitten zu bewältigen haben, mit Recht eingefordert. Wo soll aber eine solche Moral herkommen, wenn sie bisher nicht gelebt wurde? Oder wirtschaftlich gesprochen: Wie können Sie die Anfrage Ihrer Kunden nach dieser Moral befriedigen? Und hier geht es nicht um das Abarbeiten und ‚Erledigen’ sondern um den Erhalt solcher Bedürfnisse. Der Weg ist, wie bei den meisten wichtigen Dingen ein einfacher – er führt über das unmittelbare Erleben dieser Werte. Diese gesellschaftlichen Werte werden in der Hospizbewegung ganz selbstverständlich gelebt und können in der Hospitationswoche bewusst erlebt und in den beruflichen und privaten Lebensweg integriert werden.

Das Projekt Seitenwechsel 

·      Einwöchige Hospitation eines Mitarbeiters Ihres Unternehmens mit Führungs- und/oder Managementaufgaben im Anhalt-Hospiz

·      Einsatz im gesamten Tagesablauf der Versorgung und Begleitung Betroffener und der Zugehörigen

·      Möglichkeit, eine Teamsitzung und/oder Supervision in einem sozialorientierten Team zu erleben

·      Pfleger Rigo Kurzhals begleitet, in Absprache mit der Hospizleitung und der Geschäftsführung, Hospitanten während des gesamten Einsatzes

 Nutzen/Ziel für das Unternehmen  

·      neue ‚Hubschrauber’ – Perspektive auf arrivierte Problem-Lösungs-Strategien

·      stärkere Hinwendung auf ‚ganzheitlich’, d.h. langfristige Ansätze als Alternative zu kurzfristigen     Wertsteigerungen

·      Kennenlernen flexibler Case-Management-Strategien aus dem sozialen Bereich

·      Gelassener Umgang mit Konsolidierung, um Kraft zu sammeln und eine neue Stufe zu erreichen 

·      Verlassen des permanenten Aktionismus zugunsten eines kontinuierlichen und prospektiv orientierten Arbeitsstils

Ziele für den Hospitanten 

Wer im stationären Hospiz arbeitet, hat viele Möglichkeiten, eigene Stärken zu entfalten und auch kleine Schwächen in den normalen Alltag und das tägliche Zusammenleben zu integrieren – sie gehören dazu. Um im Hospiz Hilfe und Unterstützung für Betroffene und Angehörige in existenziellen Situationen geben zu können, muß man sicher im Leben stehen und eine gefestigte Position zu Werden, Sein und Vergehen leben.    

  §       Erleben und erarbeiten der Fragestellungen: Was ist wichtig? Wer bestimmt die  Richtung? Für wen arbeite ich hier? Was kann ich außerhalb der eigenen Firma leisten? Wie reagiere ich in existenziellen Situationen? Kann ich ein Problem aushalten, für das ich nicht sofort eine Lösung habe? Was sage ich, wenn ich sprachlos bin?    

§      Kennenlernen anderer Formen von Zusammenarbeit und Hierarchie → Palliativ- und Hospizarbeit ist nur in     Netzwerkstrukturen zu bewältigen

§      Grundsatz der sozialen Arbeit: Prospektivität, um unvorbereiteten, d.h. schlechten Aktionismus zu vermeiden

§     Relation der eigenen Maßstäbe, um anderen Blickwinkel auf angestammte, unternehmerische Werte zu erreichen und Lösungen aus neuen Perspektiven zu generieren → Vorstellungen von Entwicklung, Rendite und Margen können neu ‚geerdet’ werden, damit realistische Planungen möglich sind

Zielstellung für das Anhalt-Hospiz 

·      Präsenz des Anhalt-Hospizes als gesellschaftliche Einrichtung in der Region,  das vor allem die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt

·      Engere Kontakte der gemeinnützigen Gesellschaft mit Unternehmen der Region, um in angemessener Weise Spenden akquirieren zu können

·      Kennenlernen anderer Arbeitsweisen und Kommunikationsstrukturen

Organisation der Hospitationswoche 

·      Anfrage durch das Unternehmen des Hospitanten an die Hospizleitung des Anhalt-Hospizes 

·      Einführungsgespräch zwischen Hospitant, ggf. dem Unternehmen, Pfleger Rigo Kurzhals, und der Hospizleitung mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens und klären der jeweiligen Ziele und Erwartungen aller Beteiligten

·      Planung des konkreten Einsatzes: Wochenplan – Schichteinsatz in der direkten Versorgung und Begleitung der Gäste des Anhalt-Hospizes und deren Zugehörige

wenn möglich, Vorbereitung und Durchführung einer Gastaufnahme im Anhalt-Hospiz, Teilnahme an einer professionsübergreifenden Dienstbesprechung, ggf. Teilnahme an einer Supervision des Teams

·      Abschlußgespräch an dem der Geschäftsführer des Anhalt-Hospizes Pfarrer Andreas Polzin teilnimmt und auch das Hospizteam eine Rückmeldung vom Hospitanten erhält

 
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